Cody Road Whiskey

An unserem letzten Tag, wenige Stunden vor Abflug zurück von unserer letzen USA-Reise hatten wir die Wahl. Wir stürzen uns in das geschäftige Denver oder wir erkunden mit dem Mietwagen die Umgebung. Wir entschieden uns für letzteres und fuhren in das beschauliche Golden, Colorado. Dort wollten wir zuerst eine Tour bei der Brauerei SAB Miller machen, doch als wir den riesigen Betonklotz sahen, der einer Staumauer gleich, in das Tal gebettet lag, hatten wir darauf keine Lust mehr. Statt dessen folgten wir einer Scenic Loop Road durch die Berge und landeten am Grab von William „Buffalo Bill“ Cody.

Erst später lernten wir, dass der Ort Cody in Wyoming, durch den wir eine Woche vorher kamen, von Buffalo Bill gegründet wurde. Eben so lernten wir, als uns die Flasche Cody Road Whiskey in die Hand fiel, dass Rye Whiskey die bevorzugte Spirituose von Buffalo Bill war. Völlig unbeabsichtigt hatten wir so drei mal in einem Jahr sozusagen Kontakt mit einer Legende.

Nicht ganz zufällig ist die Beziehung des Namens, Cody Road Whiskey, zur Legende, denn Buffalo Bill wurde in Le Claire, Iowa, geboren. Dort wird heute von der Mississippi River Company dieser Rye Whiskey hergestellt. Dazu wird lokaler Roggen aus Fulton, Illinois verwendet.

Genug erzählt, es wird Zeit, den 40%igen Inhalt der schicken Flasche zu verkosten. Wie schmeckt das ganze?

Zu erst riechen wir an dem Glas. Karamellnoten steigen auf, ich habe kurz den Eindruck von einem Rum. Dazu kommt deutlich Holz und Vanille. Um so länger der Whiskey im Glas ist, um so mehr Aromen gibt er frei und um so mehr verwandelt er sich. Es kommen Noten von Honig und Dörrobst dazu. Getrocknete Pflaumen wandeln sich in Kakao und Kaffeearomen.

Im Geschmack ist der Cody Road Rye dann weniger Wandlungsfähig. Holznoten von Eiche und etwas Vanille sind im Glas. Der Whiskey ist leicht kantig und trotz der wenigen aber ausgeprägten Aromen im Geschmack lecker.

Wir mögen den Cody Road Rye und können, schon durch unsere mangelnde Erfahrung mit Rye, ihn als Einsteiger in Rye Whiskey empfehlen. Wenn Ihr selbst probieren wollt, er ist bei Amazon erhältlich. Leider sind die Preise stark angestiegen. Wir haben unseren noch für 40 Euro bekommen.

Seelbach Cocktail

Cocktail Bitters sind für viele die Würze im Cocktail. Ein oder zwei Dashes können deutlich den Geschmack verändern oder auch nur abrunden. Das eine oder andere Dash zu viel kann aber auch alles verderben. Nicht viele Drinks vergeben den Schüttler zu viel an der Flasche.

Dagegen kann der Seelbach Cocktail wohl nicht genug der bitteren Würze bekommen. Vierzehn Dashes an Bitters geben ihm den Schliff.

Im Gegensatz zum klassischen Seelbach, der mit Champagner hergestellt wird, haben wir Cremant de Alsace von Calixte benutzt. Im Grunde könnte man auch Prosecco, Cava oder auch Rieslingsekt nehmen. Das alles ist nur eine Frage der Herkunft und des Geschmacks.

Wir nehmen also 3 cl Bourbon, welchen ist auch eine Frage des Geschmacks. Wir haben den billigen Pennypacker von Rewe zum probieren genommen und fanden den gar nicht mal so schlecht im Ergebnis. Zumindest überraschte er uns. Dazu kamen 1,5 cl Triple Sec, bei uns Patron Citronge, welches auch Gary Regan in The Joy of Mixology empfiehlt.

Das ganze wird mit 7 Dashes Angustura Bitters und 7 Dashes Peychaud Bitters, wir haben Bitter Truth Aromatic Bitters genommen, verfeinert. Dann füllt man das Glas, eine Sektflöte tut da gut, mit dem Champagner oder eben wie bei uns mit dem Cremant auf.

Heraus kommt der Seelbach Cocktail. Sehr lecker, der Bourbon schmeckt hervor, ohne sich aufzudrängen. Die Bitters passen, ohne zu viel zu sein. Eine Runde Sache ist das.

Ginger Syrup Cocktail

Einen richtigen Titel für diesen Cocktail haben wir nicht. Nur einen Screenshot von einer Website, der noch hier rum lag, führte uns zu dem Rezept. Und auch da wurde immer nur Ginger Syrup Cocktail erwähnt.

Für den Cocktail benötigen wir erst ein mal einen Ingwersirup. Den stellen wir selber her, indem wir zu gleichen Mengen, also z.B. je eine Tasse Wasser und Zucker mit einer guten Menge geriebenem Ingwer, hier geschätzt ein Stück von drei Zentimeter, aufkochen. Das Ganze lassen wir abkühlen und filtern es dann. Wir haben ein normales kleines Küchensieb genommen, weil ein Kaffeefilter zu schnell durch die Ingwerstückchen verstopfte und nichts mehr durch kam.

Für den Cocktail nehmen wir jetzt:

– 6 cl Bourbon, hier Maker’s Mark
– 3 cl Triple Sec, hier Patron Citronge
– 3 Teelöffel Ingwersirup
– 9 cl Orangensaft

Das alles mixen wir im Shaker und giessen es in ein Glas mit Crushed Eis.

Ein leckerer Cocktail mit Bourbon kommt heraus, der sich wunderbar in der Sonne auf der Terrasse geniessen lässt. Im Original wurden 3 Esslöffel Sirup genutzt. Auch wurde der Sirup mit noch etwas Vanilleextrakt hergestellt. Doch wir fanden unserer Version sehr gut. Vor allem der etwas rauchige Tequilageschmack des Citronge passt sehr gut zu dem Bourbon.

Buttermilch Margarita

Bettina Kupsa, Barkeeperin aus Hamburg, hatte schon zu Ihrer Zeit in Jörg Meyers Le Lion ein Faible für Tequila und Mezcal. Vor kurzem eröffnete sie unweit der Reeperbahn ihre eigene Bar, The Chug Club, mit dem Schwerpunkt auf eben jene Spirituosen. Nicht ganz so neu ist die von ihr kreierte Buttermilch Margarita.

Nachdem die Mixology das Rezept abgedruckt hatte und wir zufällig auch noch den Sieger des Mixology Taste Forums zu Tequila Reposado, den Jose Cuervo Tradicional, im Hause hatten, lag es nahe, den Drink nachzubauen.

Wir nahmen 5 cl Jose Cuervo, 3 cl Buttermilch, 2 cl Limetten- und 1 cl Zitronensaft. Dazu kamen noch 2 cl Agavensirup und 1 Teelöffel Quittengelee. Das alles wanderte in den Shaker und wurde mit Eis geshaket. Dann seihen wir das in eine Cocktail-Schale und schon haben wir das, was oben zu sehen ist.

Buttermilch in einem Cocktail? Geht das? Wir waren skeptisch und haben erst mal vorsichtig genippt. Aber ja, in dieser Kombination geht das sehr gut. Die Säure unterstützt den leicht rauchigen Geschmack des Tequilas, die Säure ist schön ausbalanciert. Trotz anfänglicher Zweifel finden wir das Ergebnis recht lecker.

Elbler Flut

Apfelwein scheint in den letzten Jahren seine muffige Ecke bei uns in Deutschland verlassen zu haben. Immer mehr Hersteller schieben ihn in die Trend-Ecke. Zu erst haben wir das vor ein paar Jahren beim „Bembel with care“ entdeckt. Apfelwein aus der Dose wäre zu der Zeit, in der ich im Odenwald aufwuchs, undenkbar gewesen. Es gab nur wenige Marken, alle in der gleichen braunen gerippten Flasche.

Schreibt man nun aber Cider drauf, klingt das dann auch gleich noch ganz anders, auch wenn eigentlich nichts anderes in der Flasche steckt. elbler macht das so. Apfel-Cider in der gleichen Flasche, die auch trendige Limonadenhersteller benutzen.

Wir hatten ja schon die Version ebbe mit nur 2,5% Alkohol probiert. So richtig hatte uns das nicht überzeugt. Aber nach der Ebbe kommt die Flut. Und so haben wir uns die zweite Version, elbler flut, angesehen.

Vom Geruch haben wir kurz den Eindruck, den wir bei ebbe auch hatten: Apfelsaft. Aber dann haben wir einen deutlicheren Einschlag zu Apfelwein. Die Verarbeitung mit mehr Alkohol ist hier wohl der ausschlaggebende Punkt.

flut schmeckt deutlich mehr nach Apfelwein als ebbe. Das gefällt uns. Vor allem aber auch, das es nicht zu deutlich nach „dem alten muffigen Apfelwein“ schmeckt. Wir haben eine fein ausbalancierte Säure, einen ausgeprägten Apfelgeschmack und mehr Alkohol als in ebbe, was flut gut tut.

Leckerer Apfelwein aus der Dose oder auch, wie hier bei elbler, als trendiges Bio-Getränk, schaffen genau das, was ich als Einleitung schrieb. Sie heben das alte hessische Nationalgetränk auf eine neue Stufe und erschliessen es damit neuen Kundenschichten.

Wer elbler nun selbst probieren möchte, der sollte im Lebensmitteleinzelhandel suchen. Hier im Norden ist das finden inzwischen kein Problem mehr. Und wer es nicht findet, der kauft hier bei Amazon.

Elbler Ebbe

Nachdem wir uns ja schon in Folge 12 des Podcasts um Apfelwein gekümmert haben, haben wir uns auch mal im Norddeutschen Einzelhandel umgesehen. Und siehe da, es gibt Bio-Apfelwein aus Hamburg.

elbler wirbt mit dem Slogan „Frisch vom Deich“ und mit „100% Bio-Äpfeln aus der Heimat“. Die Heimat soll das Alte Land sein. Sowas finden wir ja schon mal richtig gut. Also probieren wir mal.

Von den beiden Sorten, die es gibt, haben wir ebbe probiert. Passender weise heisst die andere flut. der Apfel-Cider genannte Drink hat 2,5% Alkohol. Er riecht recht stark nach Apfel bzw. Apfelsaft. Dazu passt auch der Geschmack. elbler ebbe schmeckt auch stark nach Apfelsaft. Den Alkohol merkt man nicht.

Praktisch sind die kleinen Flaschen, die sogar Pfandfrei sind. Somit können sie einfach in den Altglascontainer. Nicht so praktisch ist der Preis, etwa 2 Euro für etwa 0,3l. Bedenkt man aber, dass es eine kleine Produktion ist im Vergleich zu den Branchenriesen und die Ware Bio ist, geht das noch. Kaufen könnt Ihr elbler im Lebensmitteleinzelhandel oder hier bei Amazon.

Americano

Vielen Barfreunden dürfte der klassische Negroni ein Begriff sein. Ein Cocktail aus Gin, Campari und rotem Wermut. Eine etwas einfachere Version davon ist der Americano. Hier lässt man einfach den Gin weg.

Auch  der Americano ist ein klassischer Cocktail, der gerne als Aperitif getrunken wird. Glaubt man der Geschichte, dann wurde der Americano erstmals unter dem Namen Milano-Torino in den 1860ern in der Bar des Gaspare Campari serviert. Milano und Torino waren die Produktionsstätten des Campari und des verwendeten Wermuts. Wie bei uns wurde auch in der ersten Version der Wermut von Cinzano verwendet.

Wir haben als hier einen wirklich klassischen Americano im Glas. Auch wir haben, wie im Original, ein Mischverhältnis von 1:1 genommen. Wir verwenden:

  • 3 cl Campari
  • 3 cl roter Vermouth, hier Cinzano
  • Sodawasser
  • Eiswürfel
  • Garnierung: Orangenzeste

Wir geben den Wermut und den Campari in einen Tumbler. und verrühren es kurz mit dem großen Eiswürfel. Dann füllen wir mit Sodawasser auf. Die Orangenzeste reiben wir leicht angedrückt erst über den Glasrand und geben sie dann in den Cocktail.

Solltet Ihr eine Cedro-Zitrone bekommen, könnt Ihr auch diese anstatt der Orange nehmen. Auch diese ergibt ein schönes Aroma.

Eine kleine Anekdote haben wir noch. Ian Flemming war es, der mit James Bond den Cocktail erst richtig bekannt machte. In seinem ersten Buch Casino Royale bestellt James Bond als ersten Drink einen Americano.

Goldberg Bitter Lemon

Wir mochten schon das Tonic Water von Goldberg und so lag es nahe, auch mal das Bitter Lemon zu probieren. Es kommt in einer ebenso ungewöhnlichen Flasche und hat ein typisch zum Produkt passendes blaues Etikett. Sucht man nach Bildern zu Bitter Lemon findet sich auf fast jedem Produkt eben diese Farbe als Label.

Nun, wir riechen an dem Bitter Lemon, doch so richtig überzeugen kann es noch nicht. Zitronensäure wie von Zitronenbonbons strömt uns entgegen.

Zum Glück schmeckt es besser. Es ist angenehm zitrussig bitter und nicht zu süß. So mögen wir das.

Goldberg Bitter Lemon finden wir gut und wir mögen es. Nur am Geruch könnte man noch arbeiten.

Rotkäppchen Fruchtsecco Holunderblüte

Frau Foodfreak brachte aus dem Supermarkt einen „schönen Sommerdrink“ mit. Für 99 Cent gab es Rotkäppchen Fruchtsecco Holunderblüte in der 200ml Flasche.

Wagemutig haben wir auf der sommerwarmen Terrasse dieses „fruchtig-frische“ Getränk verkostet und waren überrascht. Es schmeckte künstlich aromatisch süß. Nun ja, ganz so überrascht waren wir dann doch nicht, denn eigentlich hätten wir es uns ja denken können.

Bekannt ist die Geschmackskombination ja schon vom allseits beliebten Hugo, nur hier eben nicht mit Zitronenmelisse, sondern mit Limettensaft. Wir finden die Idee, dies als „Sekt“ zu verarbeiten, nicht schlecht, doch bitte nicht so als quietschsüßes Getränk.

Malibu Caribbean Rum with Coconut & Pear

Es ist schon lustig, in was heutzutage alles Rum gemischt und in Dosen gefüllt verkauft wird. In einem holländischen Supermarkt fanden wir eine Dose karibischen Rum, Kokosnuss und Birnensaft von Malibu.

Erstaunlicherweise schmeckt das ganze ziemlich erfrischend. Leider ist das Kokosaroma viel zu stark, so dass der Geschmack deutlich künstlich ist. Vom Rum ist nicht viel zu schmecken, dafür wieder mehr vom Birnensaft. Die Gesamtkombination schmeckt nicht schlecht, vor allem mit viel Eis, überzeugen kann sie aber nicht.

Also: Muss man das probieren? Nein.