Koval Single Barrel Bourbon Whiskey

Die Koval Distillery wurde 2008 in Chicago von Robert und Sonat Birnecker gegründet. Damit ist sie sozusagen noch ein Frischling auf dem Markt. Doch der Name beruft sich auf ältere Wurzeln. Koval steht im Jiddischen für Schmied, aber auch für schwarzes Schaf oder für jemanden, der etwas Unerwartetes tut oder etwas Aussergewöhnliches im Sinn hat. Und so geht der Name wohl auf den Urgroßvater der Gründer zurück, der Anfang der 1900er von Wien in die USA kam und sich in Chicago niederliess. Die letzten beiden Bedeutungen des Wortes Koval dürften auf diesen Urgroßvater zurückzuführen sein. Zufällig hieß der Mann dann auch noch Schmid.

Auf Gin-Nerds hatten wir schon den Gin verkostet. Wir waren nicht so ganz überzeugt davon. Da uns aber jemand auf Facebook in den Kommentaren schrieb, dass Koval bei dem Whiskey hätte bleiben sollen, haben wir uns den Bourbon besorgt.

Wie für einen Bourbon üblich, benutzt Koval mindestens 51% Mais als Basis. Dazu kommt aber nicht der häufig anzutreffende Roggen oder Weizen, sondern Hirse. Zu dieser ungewöhnlichen Kombination wirft Koval dann noch Bezeichnungen wie glutenfrei, Small Batch, Single Barrel, unfiltered, Heart Cut und Organic, also Bio, in den Raum, und lässt uns den Bourbon wie den Hipster unter den Whiskeys erscheinen.

Genug palavert. Wie schmeckt das Ganze? Zuerst haben wir geschnuppert und finden vor allem – typisch für Bourbon – Eiche und Vanille. Dazu finden wir leichte Aromen von Aprikose und Banane. Der Whiskey beisst leicht in der Nase. Wir glauben, Met bzw. Honig zu riechen. Dazu eine Süße, die leicht an Karamell erinnert. Ein Hauch Tresterbrand steckt mit drin.

Auf der Zunge haben wir ein deutliches Alkoholbrennen. Bei 47% verwundert das zwar nicht unbedingt, doch andere Hersteller sind da bei mehr Volumenprozent deutlich milder. Wir schmecken Holz und fühlen uns an einen Wald mit Nadelbäumen erinnert. Das passt so gar nicht zu Eichenfässern. Vanille steckt drin, paart sich aber mit dem Eindruck von Getreideschnaps. Leichter heller Karamell ist zu schmecken. Das Gefühl auf der Zunge sagt aber eher Holzspäne.

Wir finden den Koval Single Barrel Bourbon nicht rund. Uns will er so gar nicht gefallen. Ob das an der Hirse liegt, vermögen wir nicht zu sagen.

Ein Gedanke zu „Koval Single Barrel Bourbon Whiskey“

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